Viele Ereignisse in diesem historischen Roman über die merowingische Herrscherin Brunhilde berühren fast schmerzlich: Der Abschied für immer aus ihrer westgotischen Heimat, die unerschütterliche Liebe zum Frankenkönig Sigibert, die vielen Verluste an geliebten Menschen. Es überrascht aber auch ihr Durchsetzungsvermögen als Politikerin im Reich der Merowinger: Sie regierte für drei Generationen.

Es lohnt sich zu hören von Bruna-Brunhilde - oder sie über sich erzählen zu lassen – als Regentin und Königin, über ihr Muttersein, ihre Zwiespalte und die Kämpfe in der Brünne auf dem Schlachtfeld. Den Umgang mit Pfeil und Bogen ist der jungen Bruna von ihrem Vater, dem Westgotenherrscher Athanagild, beigebracht worden. Diese Fähigkeit hat die Königin Bruna-Brunhilde sich ein Leben lang bewahrt. Es ist zu lesen, wie sie sich im fremden Land zurechtfand: Im Reich der fränkischen Merowinger dessen Sprache, das Fränkische, sie als Westgotin erst lernen musste. Es halfen dabei die ihr eigene Furchtlosigkeit und der Glaube als katholische Christin, einer geborenen Arianerin.

Und wie geht es weiter ? Mit  Marias Sehnsucht. Die junge Jüdin entflieht Magdala in Galiläa nach dem Tod der Mutter, folgt einem Sehnsuchtsgefühl und reist in die römische Welt. Manch ein Leser wird sich fragen, warum schreibt die Autorin wieder über eine Frau in der Geschichte?  Weil die Frauen es wert sind, dass  über ihr Wirken und ihre Wirkung erzählt wird.

Und: »Ich sehe nicht ein, warum wir uns immer um die Männer oder gar um ihre Schlachten kümmern sollten, die Geschichte der Frauen ist meist viel interessanter.« So Theodor Fontane in Unwiederbringlich im Jahr 1892.