Fabian Pleiser - 15. Jan. 2021

 

Liebe Frau Dr. Meinhold,

 

(...)Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Die historischen Fakten - für manchen "Laien", der sich noch nicht so sehr mit der Thematik befasst hat, vielleicht stellenweise ein wenig erschlagend - haben sich gut in den Erzählfluss eingefügt. Bis zur Mitte des Buches fand ich jedoch die zeitlichen Sprünge etwas störend für meinen Lesefluss. Ich persönlich bin eher ein Freund von chronologischem Ablauf, aber das ist mein ganz persönliches Empfinden. Sie haben die Rückblenden sicherlich ganz bewusst gesetzt, und das ist ja auch völliglegitim. Das hat dem Gesamtgenuss der Lektüre auch keinen Abbruch getan. Allesin allem finde ich, dass Sie da etwas Wunderbares an historischer Literatur geschaffen haben. Auch sprachlich! Man merkt, dass Sie auch Germanistin sind.(...)

 

Fabian Pleiser



Lappland schreibt - 16.01.2021

 

Liebe Frau Meinhold!

 

Ooooh ja, das war genau das Richtige für mich: Ihr Bruna-Buch. Zuerst konnte ich mich mit dem Erzählstil nicht so richtig anfreunden, dochnach einigen Seiten war der Knoten geplatzt, und ich hörte nicht mehr auf zu lesen. Bitte schreiben Sie doch noch mehr solche Bücher.Theodora von Byzanz oder Zanoubia von Palmyra könnten sich ebenfalls als Hit entpuppen. Ich werde mir auf alle Fälle jetzt Ihr neuesWerk JULIUS DOMITIUS bestellen.Ich denke, wir sollten in Kontakt bleiben. Ihre Bücher sind wirklich eine Fundgrube.(...)

 

Liebe Grüße

von „Lappland schreibt“



Eine Hörerin aus der Lesung

 

Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Buch. Ich habe es atemlos in zwei Durchgängen gelesen und bereits meiner Tochter (Germanistin) gegeben. Würde mich freuen, wenn wir uns irgendwann wieder begegnen könnten, liebe Frau Meinhold. - Der heute in der MZ erschienene Bericht erscheint mir angemessen.

 

Beste Grüße



Pia Scholz - 17. November 2020

Format: Taschenbuch | Verifizierter Kauf

 

Ziemlich seicht

Das Thema selbst ist schon so faszinierend, dass es eigentlich keines größeren Talents bedürfen sollte, um daraus einen informativen und psychologisch halbwegs plausiblen Roman zu machen. Leider gelingt dies aber nicht recht.

 

Kommentar der Autorin:

Selbstverständlich respektiere ich andere Meinungen, wenn sie qualifiziert vorgetragen werden. Leider hat Frau Scholz – aus welchen Gründen auch immer - dies nicht getan. Einfach nur abwerten – was ist „seicht“? und anderes -, wirft ein nicht sehr helles Licht auf die Käuferin meines Romans.

Auf solche Leser möchte ich zukünftig gerne verzichten und erstatte der verifizierten Käuferin den Kaufpreis zurück.



Melanie Baumann - 4. Juni 2020

Format: Taschenbuch

 

Man hätte mehr daraus machen können

Das Leben von Bruna bietet sicherlich genug Stoff für ein gutes Buch. Leider hat es die Autorin meiner Meinung nach, nicht gänzlich geschafft, dies umzusetzen.

Insgesamt wirkt das Buch streckenweise wie eine Zusammenfassung, manche Episoden und Gespräche werden ausführlich geschildert, andere hingegen nur in Stichpunkten erwähnt. So liest man zB von Bruna und wie sie im einen Moment noch miteiner Person spricht und im nächsten Satz wird der Tod dieser Person, beinahe beiläufig, erwähnt.Auch wird das Alter der Personen nicht erwähnt. Zwar gibt es am Ende des Buches eine Übersicht mit Daten von wichtigen Ereignissen, aber jedes Malnachzublättern, in welchem Jahr dies geschah, wieviel Zeit vergangen ist etc, das ist doch recht müßig.

Fazit: Bruna, eine interessante Frau, mit einem ereignisreichen Leben, das zu Recht durch ein Buch gewürdigt wurde. Leider jedoch fehlt dem Buch der Tiefgang, den ich mir gewünscht hätte.



bonnie 09 - 27. Februar 2020

Format: Kindle Ausgabe

 

Eine biblische Geschichte neu erzählt

 

Die junge Maria lebt in einem kleine Ort nahe des Sees Genezareth. Der Ort heißt Magdala und führt den Leser ohne Umweg direkt zur Anhängerin Jesu, der Maria Magdalena. Die Mutter Marias, Esther, ist sehr krank. Immer wieder fällt sie hin und kann das Haus kaum noch verlassen. Sie leidet an der Fallsucht, die heute als Epilepsie bekannt ist. Im Gegensatz zu Bruder und Vater kümmert sich Maria rührend um die Mutter. Als sie stirbt steht sie alleinevor dem Scherbenhaufen ihrer Familie.Maria begibt sich auf eine Reise, die 4 Jahre dauert. Abwechslungsreich und ansprechend schildert die Autorin die Reise der jungen Frau. Nicht alle Begegnungen mit anderen Menschen sind erfreulich. Was mir gut gefiel ist, dass das Leben Marias so dargestellt wurde, wie es tatsächlich gewesen sein könnte. Es wurde nicht mit biblischen Texten übersät, sondern der Zeit entsprechend geschildert. Ein Buch, welches angenehm zu lesen aber für mich viel zu kurz war.



Locki_Ela - Jan. 2020

 

Maria überbrückt 2000 Jahre

 

Im Zentrum des Romans „Marias Sehnsucht“ von Uschi Meinhold steht die Lebensgeschichte der Jüdin Maria zu Zeiten des römischen Reichs. Ihre Heimat ist Magdala in Galiläa, was am Westufer des Sees Genezareth im Norden des heutigen Israels liegt. Einen Wendepunkt in ihrem Leben stellt der Tod ihrer Mutter dar. Nachdem auch ihr Vater verschwindet, versucht sie, ihre Entwurzelung dadurch zu kompensieren, dass sie zu reisen beginnt. So verschlägt es sie zunächst zur Verwandtschaft nach Zypern. Dann bewegt sie sich weiter durch das römische Weltreich bis in die Hauptstadt Rom. Hier taucht sie durch ihre Freundschaft zur Tochter des Herrschers tief in die Oberschicht ein. Sie durchlebt einige Höhen und Tiefen ihres Lebens, bis sie schließlich nach Irrungen und Wirrungen nach Magdala zurückkehrt, gefolgt von dem Mann ihres Lebens Lupus. Gemeinsam mit der gehörlosen Tochter Lea bleiben sie in Marias Heimat.

 

Eine wunderbar lebensecht erzählte Geschichte, die die zeitliche Distanz von 2000 Jahren und die damit verbundene Fremdheit völlig aufbricht. Mir hat der Roman großes Lesevergnügen bereitet. Besonders spannend fand ich das allgegenwärtige römische Reich und die römische Gesellschaftsordnung. Hochinteressant auch der Kontakt zu bis heute bekannten Persönlichkeiten (Tiberius, Pilatus, Herodes, Jesus). Dieses Buch ist Geschichte und vermag es doch, Berührungsängste abzubauen. Unbedingte Leseempfehlung, für alle, die historische Romane lieben.



mabuerele - Jan. 2020

 

 Starke Frauen

 

„...Wir sind ein vertriebenes Volk, beherrscht nicht nur von den Römern, leben verstreut in der Welt, benötigen Zusammenhalt durch Erzählungen...“

 

Es ist kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung. In Galiläa im kleinen Ort Magdala lebt Maria bei ihren Eltern Thomas und Esther. Thomas ist Landwirt, Esther stellt Schmuck her. Maria wächst im jüdischen Glauben, aber trotzdem relativ frei auf.

 

Mit dem Tod der Mutter verschwindet auch der Vater aus Marias Leben. Sie ist mittlerweile eine junge Frau, die nicht in Magdala bleiben möchte. Sie möchte reisen und die Welt sehen.

 

Die Autorin hat ein spannendes und gut recherchiertes Zeitgemälde konstruiert. Man sollte allerdings wissen, dass Maria nichts mit der biblischen Maria aus Magdala zu tun hat. Das hat mich anfangs irritiert, da ich den Klappentext nur überflogen hatte.

 

Für die damalige Zeit ist Maria eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will und aufgeschlossen für Neues ist. Sie bleibt zwar ihrem jüdischen Glauben verhaftet, sieht den aber nicht als Dogma.

 

Zuerst darf ich Maria zu ihrem Onkel und ihrer Tante nach Zypern begleiten. Ihr Neffe Simon träumt davon, den römischen Legionen beitreten zu dürfen. Dem steht allerdings sein Glaube entgegen. Marias Nichte Lea kann nicht sprechen. Trotzdem ist sie in der Lage, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Außerdem verfügt sie über eine ausgeprägtes Feingefühl für die Befindlichkeiten anderer Menschen.

 

Gut wiedergegeben werden die römischen Gesetzmäßigkeiten. Als Lupus, ein junger Römer, Maria am Tempel anspricht, erfahre ich:

 

„...Es ist verboten, dass Frauen und Männer in der Öffentlichkeit miteinander reden...“

 

Weiter geht Marias Reise nach Rom. Dort trifft sie ihre Freundin Claudia, die Tochter des Kaisers Tiberius. Die wird in wenigen Tagen Pontius Pilatus heiraten. Ausführlich werde ich in die Verhältnisse der römischen Oberschicht eingeführt. Doch die Stadt hat auch andere Gesichter. Das sind Gestank, Lärm und Armut.

 

Wieder zurück in Galiläa streift die Autorin kurz das Zusammentreffen von Pontius Pilatus und Jesus, der im Buch Jeschua heißt. Bei Simon Petrus lernt Maria die Nachfolger Jesu kennen, schließt sich ihnen aber nicht an.

 

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat zwei starke Frauenpersönlichkeiten in den Mittelpunkt gestellt. Das sind Maria und Lea. Beide darf ich über viele Jahre begleiten.



matheelfe - TOP 1000 REVIEWER - 19. Dezember 2019

Format: Kindle Ausgabe

 

Schönes Zeitgemälde

 

„...Wir sind ein vertriebenes Volk, beherrscht nicht nur von den Römern, leben verstreut in der Welt, benötigen Zusammenhalt durch Erzählungen...“Es ist kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung. In Galiläa im kleinen Ort Magdala lebt Maria bei ihren Eltern Thomas und Esther. Thomas ist Landwirt, Esther stellt Schmuck her. Maria wächst im jüdischen Glauben, aber trotzdem relativ frei auf.Mit dem Tod der Mutter verschwindet auch der Vater aus Marias Leben. Sie ist mittlerweile eine junge Frau, die nicht in Magdala bleiben möchte. Siemöchte reisen und die Welt sehen.Die Autorin hat ein spannendes und gut recherchiertes Zeitgemälde konstruiert. Man sollte allerdings wissen, dass Maria nichts mit der biblischen Maria aus Magdala zu tun hat. Das hat mich anfangs irritiert, da ich den Klappentext nur überflogen hatte.Für die damalige Zeit ist Maria eine selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will und aufgeschlossen für Neues ist. Sie bleibt zwar ihrem jüdischen Glauben verhaftet, sieht den aber nicht als Dogma.Zuerst darf ich Maria zu ihrem Onkel und ihrer Tante nach Zypern begleiten. Ihr Neffe Simon träumt davon, den römischen Legionen beitreten zudürfen. Dem steht allerdings sein Glaube entgegen. Marias Nichte Lea kann nicht sprechen. Trotzdem istsie in der Lage, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Außerdem verfügt sie über eine ausgeprägtes Feingefühl für die Befindlichkeiten anderer Menschen.Gut wiedergegeben werden die römischen Gesetzmäßigkeiten. Als Lupus, ein junger Römer, Maria am Tempel anspricht, erfahre ich:„...Es ist verboten, dass Frauen und Männer in der Öffentlichkeit miteinander reden...“Weiter geht Marias Reise nach Rom. Dort trifft sie ihre Freundin Claudia, die Tochter des Kaisers Tiberius. Die wird in wenigen Tagen Pontius Pilatus heiraten. Ausführlich werde ich in die Verhältnisse der römischen Oberschicht eingeführt. Doch die Stadt hat auch andere Gesichter. Das sind Gestank, Lärm und Armut.Wieder zurück in Galiläa streift die Autorin kurz das Zusammentreffen von Pontius Pilatus und Jesus, derim Buch Jeschua heißt. Bei Simon Petrus lernt Maria die Nachfolger Jesu kennen, schließt sich ihnen abernicht an.Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat zwei starke Frauenpersönlichkeiten in den Mittelpunkt gestellt. Das sind Maria und Lea. Beide darf ich über viele Jahre begleiten.



J. - 10. Juni 2018

Format: Taschenbuch

 

Eine Reise mit Bruna in ihr damaliges Leben! Sehr interessant!

 

Beschreibung:

Toledo im Jahr 555: Prinzessin Bruna wird geboren. Die Tochter des Westgotenherrschers Athanagild und dessen Frau Goiswintha führt in Spanien mit der Schwester Galswintha ein unbeschwertes Leben. Eine verabredete Ehe führt sie in das Reich der merowingischen Franken. Bruna verliebt sich in Sigibert, König von Austrasien im Frankenreich. Er wird ihr Ehemann. Eine Liebe, die Bruna, genannt Brunhilde, ein ganzes Leben lang für sich bewahrt. Auch nach Sigiberts Ermordung. Sein Tod macht sie zur Regentin für Sohn Childebert. Damit beginnt eine politische Karriere, die drei Generationen überdauert. Der historische Roman über eine der mächtigsten Frauen im frühen Mittelalter führt mitten hinein in westgotisches und merowingisches Leben, Lieben, Töten. In die Zeit Königin Brunhildes,die in der Brünne, dem Brustpanzer, kämpft. Die merowingische Tragödie findet 600 Jahre später ihren Widerhall im Nibelungenlied. Wer war sie? Die historischen Quellen schwanken in ihrem Urteil überBrunhilde zwischen Teufelin und schöner, gebildeterFrau. Der Roman lässt den Leser entscheiden, wer sie war. Und welches die Gründe sein können, die Königin Bruna-Brunhilde an ihrem Gegner Chlotar im Jahr 613 scheitern lassen. In einer Zeit, die als das Werden Europas gilt.

 

Meine Meinung:

Da ich mich schon sehr lange für historische Bücher interessiere, fiel mir dieses Buch gleich ins Auge. Die Beschreibung des Buches ist ziemlich ausführlich und meine Neugierde wurde geweckt, was die Autorin aus Bruna Brunhildes Leben schriftlich geschaffen hatte.Die Geschichte wird nicht nur aus Brunas Sicht erzählt, sondern auch andere Zeitgenossen kommen zu Wort. Dadurch bekommt man auch einen guten Einblick in die Gefühlswelt der anderen Charaktere. Die Autorin hat ein tolles Buch über Brunas Leben geschrieben. Sehr gut recherchiert und sie beschreibt sehr detailliert die Gefühle Brunas. Man fühlt sich sofort als ein Teil dieser vergangenen Welt und fiebert mit, was noch alles inBrunas Leben geschieht.Mit der Schreibweise musste ich mich persönlich erst noch etwas anfreunden. Mit der Zeit gewöhnt man sich dennoch daran.

 

Fazit:

Wer sich für die damalige Zeit und für Bruna Brunhilde interessiert, hat hier einen guten Roman mit viel Hintergrundwissen gefunden.



Vampir989 - 2. Mai 2018

Format: Taschenbuch

 

sehr bewegende Biographie

 

Klapptext:

Toledo im Jahr 555: Prinzessin Bruna wird geboren. Die Tochter des Westgotenherrschers Athanagild und dessen Frau Goiswintha führt in Spanien mit der Schwester Galswintha ein unbeschwertes Leben. Eine verabredete Ehe führt sie in das Reich der merowingischen Franken. Bruna verliebt sich in Sigibert, König von Austrasien im Frankenreich. Er wird ihr Ehemann. Eine Liebe, die Bruna, genannt Brunhilde, ein ganzes Leben lang für sich bewahrt. Auch nach Sigiberts Ermordung. Sein Tod macht sie zur Regentin für Sohn Childebert. Damit beginnt eine politische Karriere, die drei Generationen überdauert. Der historische Roman über eine der mächtigsten Frauen im frühen Mittelalter führt mitten hinein in westgotisches und merowingisches Leben, Lieben, Töten. In die Zeit Königin Brunhildes,die in der Brünne, dem Brustpanzer, kämpft.

Die Autorin erzählt uns hier den Lebensweg der Königin Bruna-Brunhilde.Sie läßt uns an ihrem Leben teilhaben.Die Geschichte wird abwechselnd von unterschiedlichen Protoganisten erzählt. Meistens berichtet aber Bruna selbst von sich.Das hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist leicht und locker. Ich bin bin mit dem lesen sehr gut voran gekommen. Die Seiten flogen nur so dahin und ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen. Die Protoganisten wurden alles bestens beschriebenund ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. Besonders Bruna hat mich fasziniert. Durch die wirklich sehr ansprechende und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen. So hatte ich das Gefühl alles selbst mit zuerleben was Bruna alles in ihrem Leben durchgemacht hat. Die Autorin hat es hervorragend verstanden mich mit diesem Roman zu begeistern. Durch die sehr guten Recherchen habe ich so viele interessante und beeindruckende Informationen zu dieser Frau bekommen. Ich bin beeindruckt was Bruna in ihrem Leben alles erlebt hat.Sie war eine für die damalige Zeit fortschrittliche und sehr intelligente Frau. Sie konnte nicht nur lesen,schreiben und hatte Kenntnisse in anderen Sprachen. Auch in der Schwerttechnik und im Reiten war sie sehr gut. Wie sie die vielen Schicksalsschläge verkraftet und überwunden hat fand ich auch sehr bemerkenswert. Ich habe selten eine solch fesselnde und bildhaft ansprechende Biographie gelesen.

Erwähnenswert ist auch noch ein Glossar und das Personenverzeichnis am Ende des Buches. Mir hat dieses Buch ausgezeichnet gefallen und ich vergebe glatte 5 Sterne.



Ladybella - 2. Mai 2018

Format: Taschenbuch

 

Wer war diese Frau wirklich, die durch eine Dichtung unsterblich wurde ?

 

In einer facettenreichen Sprache die ihren ganz eigenen Zauber entfaltet, schildert uns die Autorin, Uschi Meinhold, den Lebensweg einer außergewöhnlichen Frau.

Bruna, Prinzessin aus dem Geschlecht der Westgoten , spätere Königin eines bemerkenswerten Geschlechtes, dem der Merowinger und dann auch noch Nibelungentochter.Es ist der Dichter Anonymus, der ihr in seinem Nibelungenlied ein besonderes Denkmal gesetzt hatund sie sozusagen unsterblich machte.

Dabei endet ihr Lebensweg in einem Kerker, gefangen gesetzt von ihrem eigenen Fleisch und Blut, Chlotar, ihrem Neffen.Und bevor sie zu ihrer festgesetzten grausamen Hinrichtung geschleift wird, das grausame Urteil lautete : „vier wilde Pferde sollten sie in Stücke reißen und vierteilen“ setzt sie ihrem Leben selbst ein Ende. Die Soldaten, die sie zum Hinrichtungsplatz führen sollten, finden sie tot auf ihrem Strohlager vor.

 

Was weiss man wirklich über diese Frau, und Wer war sie ?

Durch ihren Vater, den Westgotenherrscher Athanagild, erhält sie eine umfassende Ausbildung. So lernte sie nicht nur lesen und schreiben, wurde in Griechisch und Latein unterrichtet, sondern auch im Schwertkampf und anderen, ritterlichen Tugenden ausgebildet. Ein starker Geist in einem gestählten Körper.

In angenehm kurzen Kapiteln berichtet einerseits Bruna selbst und man kann ihre Gedankengänge nachvollziehen, anderseits wird die Geschichte von vielen Zeitgenossen erzählt, unter anderem so auchvon ihrer treuen Kammerfrau Romana oder, wie schon erwähnt, dem Dichter Anonymus und Mauritius, einem Mönch.

Es entsteht das Bild einer starken Frau, die die Regentschaft des Merowingerreiches mehrmals übernehmen musste, für ihren unmündigen Sohn ebenso, wie später für ihren Enkel.

Bruna oder Brunhilde, wie sie später genannt wurde, hatte für die damalige Zeit, wir befinden uns im 6. Jhdt, sehr fortschrittliche Ideen, so reduzierte sie das Steueraufkommen für die Bauern, wenn die Ernte schlecht ausfiel. Dies gefiel dem Adel keinesfalls, wie auch zum Beispiel die Neuausrichtung der Landvergabe oder der Aufbau einer Vorratswirtschaft.

Man suchte und man fand natürlich auch einen Vorwand, um sie ihrer Macht und ihrem Einfluss zu berauben.

Es ist eine unglaubliche Fülle an Informationen, historischen Begebenheiten, bedeutenden Schauplätzen der Geschichte, die uns die Autorin anWissenswertem unterbreitet.

Sehr hilfreich zum Verständnis des Ganzen fand ich das Glossar sowie das Personenverzeichnis am Endedes Buches.

Mich hat nicht nur der Roman an sich, die unglaublich fundierte Recherche, sondern auch vor allem die ganz besondere Sprache der Autorin begeistert, die mich dadurch den Geist dieser spannenden, längst vergangenen Zeit hat spüren lassen.



matheelfe - TOP 1000 REVIEWER - 13. April 2018

Format: Taschenbuch

 

Eine starke Frau

 

„...Die Frauen sind oft nur Spielbälle der Politik. Wenn sie Mut zeigen, leben sie gefährlich...“

Im Kerker von Renève stirbt Bruna, Westgotin, merowingische Königin und Nibelungentochter. Sie setzt ihrem Leben selbst ein Ende, um der schon beschlossenen Hinrichtung zuvorzukommen.Wer war diese Frau, der der Dichter Anonymus im Nibelungenlied eine Denkmal gesetzt hat?

Diese Frage hat die Autorin in einem abwechslungsreichen historischen Roman beantwortet.

Bruna wurde im Jahre 555 als Tochter des Westgotenkönigs Athanagild in Toledo geboren. Sie lernt nicht nur höfischen Benehmen, Lesen, Schreiben, Griechisch und Latein, sondern wird im Schwertkampf ausgebildet, kann schwimmen und ist eine exzellente Reiterin.

Sie heiratet den merowingischen König Sigibert, densie zuvor vorm Tod durch Ertrinken gerettet hat.Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Das Buch erzählt keine durchgehende Handlung. Es lässt mich an unterschiedlichen Episoden im Leben der Königin teilnehmen und verknüpft diese durch die entsprechenden Handlungsorte. Das Besondere an der Geschichte ist, dass die Geschehnisse ab und an neutral, aber meist von einem der Protagonisten berichtet werden. Häufig ist es Bruna selbst, die mich an ihren Erinnerungen teilnehmen lässt. Dabei können ihre Gedanken durchaus auch in die Vergangenheit abschweifen. Andere Teile werden von Romana, Brunas Vertrauter, oder Mauritius, einem Mönch, geschildert.Deutlich wird herausgearbeitet, dass Bruna eine starke Frau war. Sie lässt sich mit Männer in Diskussionen ein, wobei auch das Eingangszitat fällt, übernimmt die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn und nach dessen Tod für die Enkel. Doch es ist eine Zeit des Umbruchs. Mord in Königshäusern ist die Regel, nicht die Ausnahme. Sosieht Bruna viele ihrer Lieben sterben, ohne immer zu wissen, wo oder von wessen Hand. Untergebene wechseln gern einmal die Seite.Auch Brunas Neuerung werden vom Adel nicht immer mit Wohlwollen gesehen. Sie sogt für einen Umbau der Landwirtschaft und verringert die Steuern der Bauern, wenn die Ernte schlecht ausgefallen ist. Außerdem beginnt sie eine Vorratswirtschaft aufzubauen.

Schwierig ist es, Freund und Feind auseinander zu halten. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass gerade derjenige das Urteil gegen Bruna unterschrieben hat, dem sie einst das Leben geschenkt hat.

Eine Übersicht historischer Orte und Romanfiguren, ein Glossar, eine Chronik und zwei Ausschnitte aus dem Nibelungenlied ergänzen das Buch.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie erzähltauf spannende Art das Leben einer starken Frau in einer von Männern dominierten Zeit.